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MIR
Die letzten Worte die aus der Station gesendet wurden waren übrigens die Abschiedsworte von Kommandant Afanasjew: Wir verlassen eine aussergewöhnliche Station, während es keine neue Besatzung mehr gibt, mit Bitterkeit in der Seele. Wir verlassen ein Stücken Russland! |
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Doch aus welchen Gründen wollte die Sowjetunion überhaupt Raumstation im All? Sicher spielten dabei militärische Gründe eine Rolle. Zwar gab es Spionagesatelliten, dennoch wollte das Militär Stationen, in denen man die Erde beobachten konnte. Verwirklicht wurde dies schliesslich in den Stationen Saljut 2, 3 und 5, die alle militärischen Zwecken dienten. Aussen sahen sie aus wie die normalen Saljuts, doch hatten sie einen anderen Innenaufbau. Wichtig war auch, dass militärische Saljuts eine tiefere Bahnhöhe aufwiesen als die wissenschaftlichen Saljuts. Zudem hatten die militärischen Versionen Kameras mit Filmen, die in einer speziellen Kapsel abgeworfen werden konnten. Dies geschah sowohl bei Saljut 3, als auch bei Saljut 5. Das militärische Interesse an den Stationen wurde 1980/81 beendet. Aber auch von der wissenschaftlichen Seite gab es Interesse an Raumstationen. So kann in einer Station die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper während Langzeittest untersucht werden. Auch konnte man das Verhalten von Tieren und Pflanzen untersuchen. Es gab zudem zahlreiche Materialtest die in den Stationen ausgeführt wurden. Dies alles dient (e) in der Hinsicht auf einen Marsflug, der von der UdSSR etwa ab dem Jahre 2010 geplant war (jetzt mit der Finanzkrise jedoch auf unbestimmt verschoben), oder aber auch zur Entwicklung von neuen Materialien. Carbon ist beispielsweise ein Werkstoff der aus der Raumfahrt kommt. Was hat die bemannte Raumfahrt geleistet, was nicht auch Sonden und Satelliten hätten lösen können? Diese Frage muss eigentlich mit "nichts" beantwortet werden. Konstantin Feoktistow, ein Konstrukteur und Kosmonaut der Sowjetunion hat sich zu diesem Thema ausserst skeptisch geäussert: "Der Mensch ist absolut ineffizient, wenn er das Raumschiff verlassen hat. Weil er mit seinem Anzug aussteigt, ist er in all seinen Bewegungen eingeschränkt. Er ist draussen kein erfolgreicher Arbeiter. Auf unseren Stationen haben die Kosmonauten viel und durchaus wirkungsvoll gearbeitet, sogar bis zu einem Jahr. In diesem Sinne verfügen wir über grosse ingenieurtechnische Ergebnisse. Wir haben dazugelernt, damit sie dort leben können, damit alles funktioniert. Wir haben aber das wichtigste nicht hinterfragt: Wozu brauchen wir dort Menschen? Was hat man dort effizient geleistet? Man hat an Bord repariert.(...) Oder man gab irgendwelche ganz einfachen Kommandos (....) der Mensch ist nur dort sinnvoll am Platz, wo er in vollem Masse seinen Intellekt benutzt. (....)" (Quelle 5, S. 142-144) Sicher ein etwas extremer Standpunkt. Tatsache war jedoch, dass sich z.B. die Elektronik in der UdSSR nicht in dem Masse verbreitete wie im Westen. Für das Militär war es durchaus sinnvoll, einen bemannten Beobachtungsposten zu haben. Womit wir wieder bei der Frage wären wieso die UdSSR eine Station im All wollte. Als zweiter Punkt ist sicher, dass man mit der bemannten Raumfahrt viel grössere Erfolge feiern konnte, die dann als Propaganda dienten. Die bemannte Raumfahrt war weit spektakulärer als ein noch so raffiniert ausgestatteter Satellit. Dies war sicher ein wichtiger Punkt, den sich die Sowjetunion auch etwas kosten liess, schätzt man doch die Kosten des Sojus / Saljutprogrammes (ohne MIR) auf etwa 43 Mia.$ (Stand 1985). |
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