Mainpage Personen Technik Bilder Diverses Gästebuch

Startplätze

Übersichtskarte Die UdSSR besitzt/besass drei Kosmodrome, Baikonur, Kapustin Jar und Plesetsk. Baikonur, der grösste Startplatz der Welt, ist sicher der bekannteste davon. Daneben ist in der Nähe von Moskau das Hauptkontrollzentrum Kaliningrad angesiedelt.

Baikonur

Das Kosmodrom Baikonur ist neben Cape Canaveral der USA, der berühmteste Startplatz der Welt (Lage: 45.63° Nord, 63.26° Ost). Hier wurde der erste künstliche Satellit der Welt, Sputnik 1, gestartet. Ebenfalls wurde Juri Gagarin vom Kosmodrom Baikonur in den Weltraum geschossen. Baikonur dient hauptsächlich als Startplatz für sämtliche bemannten Missionen der UdSSR / Russland. Daneben werden von Baikonur alle geostationären Satelliten und alle Missionen zu anderen Planeten gestartet.

Karte Baikonur Baikonur liegt heutzutage in Kasachstan. Der Name Baikonur ist etwas irreführend. Das Kosmodrom selber liegt 380km westlich der Stadt Baikonur. In der Nähe lag früher ein Dorf mit dem Namen Tjura Tam. In der früheren UdSSR diente der Namen Baikonur vor Allem als Verschleierung der Lage des Kosmodromes. Das Gelände umfasst ca. 7360km² und hat eine Ausdehnung von ca. 85km in Nord-Süd und ca. 125km in Ost-Wesr Richtung. Der Bau wurde 1954 genehmigt. Am 12. Januar 1955 wurde mit dem Bau begonnen. Offiziell eröffnet wurde das Kosmodrom am 15. Mai 1957 mit dem Abschuss einer SS-6 Interkontinentalrakete. Startplatz einer SS-6 Das Gelände umfasst heute Abschussrampen für jeden Typ von Trägern. Desweiteren gehören neben fünf Kontrollzentren, mehreren Fabriken (Sauerstoff, Stickstoff, Montagehallen) auch die lange Zeit hochgeheime Stadt Leninsk, in welcher die Angestellten des Kosmodromes wohnen. Zu ihrer besten Zeit zählte sie ca. 150000 Einwohner. Heute sind es noch ca. 22000 Einwohner. Das Kosmodrom besitz einen Flughafen, einen Bahnanschluss sowie eine Landepiste für die Buran Raumfähren. Zu den besten Zeiten befanden sich in Baikonur ca. 80 betriebsfähige Abschussrampen für die verschiedenen Systeme.

Wie gesagt liegt Baikonur heute im Ausland, nämlich in Kasachstan. Dies brachte anfänglich Probleme mit sich, weil Kasachstan nämlich eine Miete von 7 Milliarden $ verlangte. Nach langen Verhandlungen einigte man sich auf 115 Millionen $ im Jahr.

Die Existenz von Baikonur wurde lange Zeit verheimlicht. In den Anfängen des Kosmodromes ging es soweit, dass das Leben in der Stadt stillstand, sobald ein Ausländer (ob in der Luft oder zu Lande) in der Nähe des Kosmodromes war.

Karte des Kosmodromes Baikonur
© Mark Wade's Encyclopedia Astronautica

Plesetsk

Karte Plesetsk Plesetsk ist das nördlichste Kosmodrom der UdSSR (Lage: 62.70° Nord, 40.35° Ost). Es liegt in ca. 200km östlich von Archangelsk. Plesetsk war einmal der Weltraumbahnhof mit den meisten Abschüssen im Jahr. Zwischen 1966 und 1990 fanden in Plesetsk über 1250 Abschüsse statt. Dies ist mehr als alle anderen damaligen Weltraumnationen zusammen! Unter anderem fand der Abschuss der Jubiläumssatelliten Kosmos 1000, Kosmos 1500 und Kosmos 2000 von hier aus statt.

1957 wurde der Bau von Plesetsk unter dem Namen Angava begonnen. Die Ursprüngliche Aufgabe war dabei die eines Abschussgeländes für Interkontinentalraketen. Dementsprechend geheim war der Bau von Plesetsk. Doch während der Kubakrise verriet ein Oberst der swjetischen Armee dem CIA die Existenz dieses Geländes. Daraufhin wurde Plesetsk in einen Weltraumbahnhof umgebaut. Der erste Start von Plesetsk erfolgte 1966 mit dem Abschuss des Satelliten Kosmos 112. Erst 1983 wurde die Existenz von Plesetsk offiziel zugegeben und 1989 durfte der erste westliche Journalist einen Ausflug nach Plesetsk unternehmen. Heute sind in Plesetsk insgesamt 9 Startrampen vorhanden und die Stadt zählt ca. 60'000 Einwohner.

Durch die hohe Lage ist es von Plesetsk nicht ohne weiteres möglich Raketen in einen geostationären Orbit zu schiessen. Die hohe Neigung ermöglicht es Plesetsk Raketen auf polare und extrem elliptische Umlaufbahnen zu schiessen. Dies wurde vor Allem bei militärischen Satelliten benutzt. Dies war auch die Hauptaufgabe von Plesetsk. Auch heute noch ist Plesetsk das meistbeschäftigste Kosmodrom Russlands.

Karte des Kosmodromes Plesetsk
© Mark Wade's Encyclopedia Astronautica

Kapustin Jar

Kapustin Jar ist das unbekannteste und kleinste Kosmodrom der UdSSR (Lage: 48,51° Nord, 45.80° Ost). Kapustin Jar wurde bereits 1947 gebaut und ist somit das erste Kosmodrom der Sowjetunion. Zwischen 1950 und 1960 erfolgten hier vor Allem Test's von Interkontinentalraketen, unter anderem auch von der erbeuteten V2. Ab 1960 wurden hier eine vielzahl von kleineren Kosmossatelliten in den Umlauf geschossen. Kapustin Jar liegt nordöstlich von Wolgograd, auf der Höhe des Kaspischen Meeres. Heute wird Kapustin Jar nicht mehr verwendet.


© Mark Wade's Encyclopedia Astronautica